Balkone, Terrassen und Wintergärten zählen nur zu 25% als Wohnfläche

Landgericht Berlin (18 S 308/13)

In einem aktuellen Urteil aus dem Mietrecht des Landgericht Berlin entschieden, dass eine Balkone, Terrassen und Wintergärten nur zu einem Viertel als Mietfläche einbezogen werden dürfen. Bisher wurden die Flächen häufig mit der Hälfte berechnet – was allerdings nicht korrekt ist, wie das Landgericht Berlin jetzt festgestellt hat.

Bei der Berechnung der Mietfläche gibt es zahlreiche Dinge, auf die man achten muss und die häufig zu einer nicht korrekten Mietflächenberechnung führen. Bisher wurde von vielen Privatvermietern ein Balkon, eine Terrasse oder auch ein Wintergarten mit der halben (bei Wintergärten teilweise sogar kompletten) Fläche bei der Berechnung der Mietfläche mit einbezogen. Jetzt hat das LG Berlin explizit geurteilt, dass “in der Wohnflächenverordnung ist ausdrücklich festgelegt sei, dass die Flächen von Terrassen, Balkonen und Wintergärten nur zu einem Viertel angerechnet werden können.” Im konkreten Fall hatte ein Mieter nach einer Mieterhöhung die im Vertrag angegebene Wohnfläche von 94,5qm angezweifelt. Ein gerichtlich bestellter Gutachter stellte die tatsächliche Wohnfläche mit 84qm fest, sodass die Mieterhöhung nun geringer ausfällt.

Aber nicht nur bei Mieterhöhungen lohnt sich eine Prüfung des aktuellen Mietvertrags und der darin genannten Mietfläche. Weicht die im Vertrag genannten Wohnfläche von der tatsächlichen Wohnfläche maßgeblich ab, kann ein Mieter eine Rückzahlung verlangen.

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