Passend zur EM – was ist am Arbeitsplatz erlaubt und was nicht

Die EM ist voll im Gange und viele Fußballfans wollen auch am Arbeitsplatz möglichst nichts verpassen. Wir geben einen kurzen Überblick, was nach dem Arbeitsrecht erlaubt ist und was man lieber vorher vom Chef genehmigen lassen sollte.

Darf man die EM-Spiele auf dem Smartphone verfolgen?

Auch wenn es verlockend ist, die Spiele auf dem eigenen Mobiltelefon zu verfolgen, Arbeiteber können dagegen vorgehen, denn sie können anordnen, dass die Smartphones von Angestellten am Arbeitsplatz währen der Arbeit nicht eingeschaltet werden dürfen bzw. ausgschaltet sein müssen. Das Landes­arbeits­gericht Rhein­land-Pfalz hat bereits im Jahr 2009 entschieden, dass man als Arbeitnehmer auf die Erreichbarkeit verzichten können muss (Az. 6 TaBV 33/09). Selbst wenn Smartphones erlaubt sind, sollte darauf geachtet werden, dass die Arbeit unter der Nutzung bzw. dem Fußballgucken nicht leiden darf.

Darf man die Fußballspiele der EM im Internet verfolgen?

Livestream, Tor-Ticker und vieles mehr. Die Verlockungen des Internet sind für echte Fans ziemlich groß, die Fußballspiele im Internet zu verfolgen. Da dies aber unter die private Internetnutzung fällt, gibt es hier klare Richtlinien: Wird ein dienstlicher Internetzugang für private Zwecke genutzt, kann das zur Abmahnung und Kündigung führen, denn mit der privaten Nutzung verletzt der Arbeitnehmer die vertragliche Pflicht zur Arbeit  – das hat das BAG bereits in 2014 entschieden (BAG, Az.: 2 AZR 581/04). Daher ist es auch hier empfehlenswert, erst eine Erlaubnis vom Chef einzuholen

Darf man die Fußballspiele der EM im Radio verfolgen?

Schon im Jahr 1986 wurde vom BAG entschieden, dass ein Radio im Büro nicht ganz untersagt werden kann (Az. 1 ABR 75/83), solange die Arbeitsleistung der Arbeitnehmer nicht negativ beeinträchtigt wird. Sollte das der  Fall sein, kann der Chef ein Verbot unter Einbezug des Betriebsrates bewirken. Fußballfans können daher am Radio am ehesten die Spiele verfolgen, ohne dass ihnen arbeitsrechtlich eine Gefahr droht – natürlich darf die eigene Arbeit auch beim Anhören der Spiele nicht beeinträchtigt werden.

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