Vertrauliche Beleidung des Chefs kein Kündigungsgrund

Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz  (Az. 3 Sa 571/14)

In einem bereits Anfang 2015 gefällten Urteil aus dem Arbeitsrecht hat das LAG Rheinland-Pfalz entschieden, dass eine vertrauliche Beleidung des Vorgesetzten kein Grund für eine Kündigung darstellt. Durch die vertraulich geäußerte Beleidigung werde der Betriebsfrieden nicht gestört und daher liege in diesem Fall auch kein Grund für eine Kündigung vor, führte das LAG Rheinland Pfalz aus.

Im konkreten Urteil aus dem Bereich des Arbeitsrechts hatte ein Chirurg an einer Klinik in einer SMS an die Operationsassistentin den Chefarzt als „autistisches krankes Arschl…“ bezeichnet. Die Assistentin berichtete dem Chefarzt davon, woraufhin der Chirurg von der Krankenhausverwaltung mit einem Verweis auf grobe Beleidigung fristlos entlassen wurde mit der Begründung, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Chirurg und Chefarzt stark belastet wäre.

Das LAG Rheinland-Pfalz sah dahingegen nicht den Betriebsfrieden oder das Vertrauensverhältnis zwischen Chirurg und Chefarzt belastet, sondern sah einen Fehler im Verhalten der Assistentin, die die einer SMS innewohnende Vertraulichkeit missachtet hatte und damit das Persönlichkeitsrecht des Chirurgen verletzte.

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