Kündigung nach Gewinnspielanrufen – aber nicht fristlos

Landesarbeitsgericht Düsseldorf (Az. 12 Sa 630/15)

In einem aktuellen Urteil aus dem Arbeitsrecht das Landesarbeitsgericht Düsseldorf entschieden, dass kostenpflichtige Gewinnspielanrufe zwar zur Kündigung führen können, eine fristlose Kündigung aber nicht gerechtfertigt sei.

Im konkreten Fall hatte eine Mitarbeiterin mehrfach versucht, bei einer kostenpflichtigen Gewinnspiel-Hotline den Jackpot zu gewinnen. Jeder der 37 Versuche hat 50 Cent gekostet und dies war dem Unternehmensinhaber bei der Durchsicht der Telefonrechnung aufgefallen. Das Angebot der Mitarbeiterin, diese 18,50€ zu bezahlen, hat der Unternehmer nicht akzeptiert und der Angestellten fristlos gekündigt.

Diese fristlose Kündigung hob das LAG Düsseldorf jetzt auf, eine fristgerechte Kündigung sei aufgrund des Vergehens aber rechtmäßig, so das LAG. Immer wieder gibt es Fälle, bei denen kostenpflichtige Privatanrufe zu Kündigungen führen. Laut der aktuellen Rechtsprechung im Arbeitsrecht reicht ein einziger Anruf nicht für die Kündigung aus, 2000 allerdings schon für die fristlose Kündigung. Der aktuelle Fall bestätigt also die Bandbreite.

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