Trinkgeld – Behalten oder Gemeinschaftskasse?

LAG Rheinland Pfalz (Az. 10 Sa 483/10); LAG Hamm (Az. 16 Sa 199/14)

Auch wenn das heute vorgestellte Urteil aus dem Arbeitsrecht nicht gerade erst gesprochen wurde, mit dem Sommer beginnt auch die Hochsaison in der Gastronomie und das Thema Trinkgeld ist ein häufiger Streitpunkt. Bei einigen Betrieben dürfen die Angestellten das Trinkgeld behalten, wohingegen bei anderen Betrieben das Trinkgeld aller gesammelt und danach aufgeteilt wird. Ganz so einfach ist das aber nicht, denn ein Arbeitgeber darf nicht einseitig festlegen, wie mit dem Trinkgeld umzugehen ist. Schon im Jahr 2010 hat sich das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz zu diesem Thema geäußert (Az.: 10 Sa 483/10) und entschieden, dass der Arbeitgeber nicht über das Trinkgeld verfügen darf. Etwas anders ist die Lage allerdings, wenn im Arbeitsvertrag bereits eine Klausel enthalten ist, dass das Trinkgeld unter allen verteilt wird, dann ist auch dieser Behandlung rechtens.

Behalten darf der Arbeitgeber das Trinkgeld aber nicht einfach, auch das hat ein Gericht in einem Urteil aus dem Arbeitsrecht entschieden. Das LAG Hamm hat hier im Jahr 2014 in einem Fall ein Urteil gefällt, in dem Angestellte eines Reinigungsunternehmens das Trinkgeld für den Toilettengang an das Unternehmen abführen mussten und ihnen das Recht an einem Teil des Trinkgeldes zugesprochen.

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