Nächtlicher Sturz mit 2 Promille auf Tagung ist auch Arbeitsunfall

Sozialgericht Heilbronn (AZ: S 6 U 1404/13)

Ein nächtlicher Sturz im alkoholisierten Zustand auf einer Tagung ist auch als Arbeitsunfall anzusehen – zu diesem Urteil kam jetzt das SG Heilbronn in einem aktuellen Urteil zum Thema Arbeitsrecht. (AZ: S 6 U 1404/13). Der Kläger ist Betriebsrat und war im Rahmen einer drei Tage andauernden Betriebsratsversammlung gegen 1:00 in der Nacht mit einem Blutalkoholwert von 1,99 Promille gestürzt. Aufgrund schwerer Kopf- und Lungenverletzungen war er daraufhin längere Zeit berufsunfähig. Die Berufsgenossenschaft lehnte diesen Unfall als Arbeitsunfall ab, weil der offizielle Teil bereits um 19:30 an dem Tag geendet hätte und die spätere Diskussion keiner betrieblichen Tätigkeit zuzurechnen sei.

Dem widersprach das Sozialgericht Heilbronn, denn beim abendlichen Zusammensein seien auch dienstliche Dinge besprochen worden und daher der Unfall als Arbeitsunfall anzusehen, denn der Rückweg zum Hotelzimmer sei in diesem Fall der Arbeitsweg. Allgemein ist auf Tagungen eine Trennung zwischen rein privaten und rein beruflichen Belangen nur sehr schwer möglich, unterstrich das Sozialgericht Heilbronn. Auch der Alkoholkonsum führt nicht zwingend zum Wegfall des Versicherungsschutzes.

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