Duschen im Stehen kann vertragswidrige Nutzung sein

AG Köln (213 C 98/15)

Schimmel ist in häufiger Streitpunkt in Mietwohnungen, denn wenn ein Mieter das Badezimmer vertragswidrig nutzt, kann er wegen auftretenden Schimmels die monatliche  Miete nicht mindern. Etwas skurril klingt dagegen der vorliegende Fall, in dem das Duschen im Stehen eine sogenannte vertragswidrige Nutzung war. Das Landgericht Köln gab hier der Berufung des Vermieter Recht, der in der ersten Instanz vom Amtsgericht noch zur Behebung des Schimmels verurteilt worden war und die Mietminderung als rechtmäßig angesehen hatte.

Im konkreten Fall war die Dusche in der Badewanne integriert und diese nur halbhoch gefliest, so dass beim Duschen im Stehen die nicht gefliesten Wandanteile eingedrungen war. Der sich dort gebildete Schwarzschimmel hatte den Mieter zu einer Minderung von 10% veranlasst und dem Vermieter auf Beseitigung verklagt. Das Amtsgericht hatte den Vermieter verurteilt, den im Badezimmer vorhandenen Schwarzschimmel im Wandbereich durch geeignete bauliche Maßnahmen zu beseitigen und außerdem festgestellt, dass die Mietminderung des Mieters berechtigt gewesen sei, wogegen der Vermieter in Berufung ging. Das Landgericht Köln gab dem Vermieter Recht, weil in einem Gutachten die Nutzung der Dusche im Stehen offensichtlich nicht geeignet gewesen sei und daher als vertragswidrig zu bewerten ist. Diese vertragswidrige Art der Duschnutzung führe zwangsläufig zu einer Beschädigung der Mietsache, so dass hier der Mieter für diese Beschädigung verantwortlich ist und eine Mietminderung bzw. die Beseitigung durch den Vermieter nicht zulässig bzw. verpflichtend ist.

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