Mietminderung aufgrund von Bäumen vor dem Fenster

AG Köln (213 C 98/15)

Gerade wenn im Frühjahr die Blüten und Pollensaison beginnt, aber auch wenn die Bäume in vollem Laub stehen, kommt es immer wieder zu Differenzen zwischen Mietern und Vermietern bzgl. der Flora im Garten. In einem Urteil aus dem Mietrecht, das im Februar 2017 vom Amtsgericht Köln gesprochen wurde, hat es einem Mieter eine Mietminderung versagt, der aufgrund von Bäumen und der damit zusammenhängenden Verschattung die Miete um 20% gekürzt hatte. Gegen diese Mietminderung hat der Vermieter Klage eingereicht und vom AG Köln Recht bekommen.

Im konkreten Fall ging es um Mieter, bereits seit 2009 im ersten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses wohnen, aber erst im Jahr 2014 eine Störung durch die vor dem Haus stehenden Bäume empfanden und für eine entsprechende Verschattung sorgten. Zudem wurde die Pollenbildung durch die Bäume bemängelt, ebenso dass die Äste der Bäume ein Öffnen der Fenster nicht mehr zulassen würden. Auch das Laub und zu befürchtende Fallobst wurde von den Mietern als Mietminderungsgrund angeführt.

Das AG Köln hat dem Vermieter das Recht auf die ausstehenden Mietminderungen zugesagt und weiter ausgeführt, dass hier kein Mangel vorliegt, den der Vermieter zu verantworten hätte. Nach Aussage eines Sachverständigen wurde weder eine übermäßige Verschattung festgestellt, auch die Fenster waren zu öffnen. Zudem standen die Bäume bereits, als die Mieter die Wohnung bezogen hatten, so dass sie die Entwicklung hätten absehen müssen. Auch Pollen und Fallobst wurden vom AG Köln nicht als Mangel angesehen, der eine Mietminderung begründen würde.

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